Juni – August 2008

Diego Pérez García (Mexico City)

Diego Pérez GarcíaDiego Pérez García, 1975 in Mexico City geboren, begann seine Laufbahn als journalistischer Fotograf, bevor er sich künstlerischen Praktiken zuwandte. 2001 erhielt er den mexikanischen Preis "Salón de Octubre Omnilife". Heute lebt und arbeitet er in Mexiko.

In seinen jüngsten Arbeiten erweitert er sein mediales Spektrum: Neben der Fotografie experimentiert er mit Skulptur, Installation und Malerei, und entwickelt darüber hinaus Interventionen im öffentlichen Raum.

García rekonstruiert in seinen Arbeiten vor allem Mythen und Legenden. Als Mexikaner kommt Diego Pérez García aus einem soziokulturellen Kontext, in dem Mythen als Überlieferungen privater und kollektiver Ereignisse, Erinnerungen und Utopien eine hohe Bedeutung zukommen. So widmet er sich bewusst seinem Heimatland Mexiko in seiner traditionsreichen und religiös geprägten Geschichte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Reflektion der Nation als historisch gewachsenes Ganzes, die die Entwicklung großstädtischer und ländlicher Regionen in ein Spannungsverhältnis setzt. Garcías Blick richtet sich vor allem auf Verschiebungen, Brüche und Dissonanzen zwischen Wunschvorstellungen und Status quo. Ausgangspunkt hierfür bilden oftmals alltägliche Begebenheiten oder auch reale Fundstücke. Aktuell bezieht García verstärkt kunsthistorisches Wissen und tradierte künstlerische Verfahren in seine Reflektionen ein. Insbesondere die ästhetischen Ansätze der Klassischen Moderne unterzieht er einer erneuten Befragung auf ihre gegenwärtige Relevanz, die gleichzeitig auf das ursprünglich Auratische zurückweisen.