Januar - April 2008

Marika Asatiani (Georgien)

Marika AsatianiMarika Asatiani wurde 1977 in Tiflis (Georgien) geboren, studierte dort und in London. Heute lebt sie in Tiflis und ist vor allem als Fotografin tätig.

2007 erhielt die Künstlerin den Camera-Austria-Preis für zeitgenössische Fotografie.

In ihren Arbeiten beschäftigt sich Asatiani mit ihrer georgischen Heimat. Ihre Bilder vermitteln Ansichten des gegenwärtigen Lebens, das von gesellschaftlichen und politischen Neustrukturierungen geprägt ist. Modernitäten zeigen sich in Georgien häufig als visuelle Einbrüche in die traditionell geprägten Landschaften. Eine Busstation wird zur autonomen Skulptur, die ihre Flügel vor uns ausbreitet, zum Trocknen aufgehangene Betttücher wirken wie abstrakte Gemälde. Die dokumentarische Perspektive Asatianis verbleibt nicht beim bloßen Registrieren ortsspezifischer Begebenheiten. Zugleich ist sie eine zusätzliche Stilisierung der Alltagswelt. So scheint immer wieder im vermeintlich Bedeutungslosen eine ästhetische und poetische Kraft auf. Ihre Fotografien lassen keinen Zweifel daran, dass die beobachtete Wirklichkeit zuletzt immer eine zeitlich gebundene Konstruktion ist.

Während ihres Residenzaufenthaltes wird die studierte Soziologin und Fotografin ihren Blick der Leipziger Stadtlandschaft und deren Bewohnern zuwenden. Im Privaten oder Öffentlichen wird sie der Erscheinungswelt des Alltags nachspüren und in den Medien Fotografie und Video augenscheinlich machen.